Interview

Du bist ja eher der bodenständige Typ. Aber ist seit Deinem Sieg im Mai dieses Jahres eigentlich noch irgendwas „normal“?

Ja, alles ist normal. Nur die vielen Termine müssen eben bewältigt werden.

Wer oder was hält Dich dennoch auf dem Boden?

Dafür ist niemand notwendig.

„Plan A!“ und „Love Is You“ schafften es ja fast erwartungsgemäß auf die Eins. Für „Helden Gesucht“ war dagegen „schon“ auf Platz 12 Schluss. Beunruhigt Dich das?

Ich freue mich grundsätzlich darüber in die Charts zu kommen.

Fünf DSDS-Gewinner und einige weitere Kandidaten, die ein Album veröffentlichen konnten gibt es bereits. Doch bei fast jedem endete die Erfolgswelle spätestens nach dem zweiten Album. Wie willst Du es schaffen, länger präsent zu bleiben?

Ja, das berühmte 2. Album. Es geht um viel Arbeit und authentisch rüber zu kommen. Ein Erfolgsrezept gibt es nicht. Gute Musik, auch in deutsch, ist mein Ziel. Letztendlich entscheiden die Fans. Für meine Fans werden meine Band und ich während der Tour im Dezember und Januar/Februar nächsten Jahres alles geben, um den Grundstock für ein langfristiges musikalisches Schaffen zu ermöglichen.

Aus Deiner Aussage, dass Du keinen Plan B hättest, wurde quasi Dein „Werbeslogan“. Jetzt mal im Ernst, was hättest Du gemacht, wenn es bei DSDS nicht geklappt hätte?

Musik, Musik, Musik. Nur es wäre ungleich schwerer geworden.

Du bist nicht der Typ, der im Zeichen des Erfolgs seine Vergangenheit vergisst und sein Geld zum Fenster rauswirft. Siehst Du die jetzige Phase auch als Gelegenheit, finanziell Deine Zukunft abzusichern?

Mein Verhältnis zu Geld hat sich überhaupt nicht geändert – immer auf dem Teppich bleiben.

Zu Beginn der Castings hast Du damals gesagt: „Ich will einfach nur Musik machen.“ Ist dieser Wunsch nun in Erfüllung gegangen?

Ja, auf jeden Fall.

Wie schwer wiegen die Begleiterscheinungen, z.B. die Tatsache, ständig in Interviews die gleichen Fragen beantworten zu müssen ?

Das gehört eben irgendwie dazu.

Die Plattenfirma hat Dir das Recht eingeräumt, auch als Texter an Deinem Album mitzuarbeiten. Wie kam es zu diesem – für DSDS-Kandidaten – Privileg?

Es wurde meinem Wunsch entsprochen. Ich möchte auch zukünftig Einfluss auf meine musikalische Arbeit nehmen und die Unterstützung von Komponisten beanspruchen.

Bist Du mit dem Umfang Deiner Mitarbeit zufrieden oder soll das noch mehr werden?

Das ist ein ständiger Prozess zu dem auch immer Kompromisse zählen werden.

Gibt es eine besondere musikalische Idee, die Du auf Deinem nächsten Album gerne realisieren würdest?

Jetzt steht erst einmal die Tour an. Danach muss dann unbedingt eine kreative Phase beginnen.

Demnächst kommt ja die Platin-Version Deines Debütalbums auf den Markt, und das gerade einmal vier Monate nach der ersten Auflage von „Plan A“. Könntest Du es nachvollziehen, wenn einige Deiner zahlreichen Fans enttäuscht wären, dass sie sich wegen einer Handvoll Unplugged-Versionen gleich ein ganzes Album kaufen müssen?

Über den Platin-Status von Plan A haben wir uns sehr gefreut. Jetzt wollten meine Band und ich durch akustik (unplugged) Songs unsere gute Zusammenarbeit dokumentieren. Diese gemeinsame gewachsene Arbeit wollten wir unseren Fans mit einer besonderen Platin-Edition zugänglich machen.

Dennoch ist es nicht von der Hand zu weisen, dass das Unplugged-Prinzip musikalisch sehr reizvoll sein kann. Warum passt es zu Dir?

Unplugged ist eine besondere Herausforderung an Musiker und Sänger – ohne große Studionachbearbeitung - eine Aufnahme zu produzieren.

Wie stehst Du generell zur immer stärkeren Kommerzialisierung des Musikbusiness? Vor noch nicht allzu langer Zeit musstest Du ja noch die Ochsentour durchziehen, um überhaupt etwas verdienen zu können…

War es je schon einmal anders? Es wird auch weiterhin eine Ochsentour bleiben, da in diesem Geschäft kaum etwas geschenkt wird.

Im Dezember geht’s dann schließlich auf Tour – und Dein Programm verspricht stressig zu werden. Hast Du einen oder mehrere gute Entspannungstipps?

Spaß an der Arbeit kann eben auch positiven Stress verursachen und somit glaube ich, dass ganz gut verkraften zu können.

Hast Du vor in Zukunft mal wieder etwas mit Deinen ehemaligen Bandprojekten zu machen?

Mal sehn was die Zukunft bringt.

Es scheint, als würdest Du Dein Privatleben ziemlich vor der Öffentlichkeit schützen. Ist das Teil einer Strategie länger als Musiker erfolgreich zu sein?

Meine Musik soll im Vordergrund stehen. Das ist keine Strategie sondern ganz normal. Privatleben, das sagt schon das Wort, soll Privat bleiben.

Vermutlich wirst Du Dein Privatleben jetzt noch intensiver abschotten, da Du Papa wirst. Kommt man da nicht in einen Interessenskonflikt? Schließlich wird ja erwartet, dass Du recht bald das zweite Album nachlegst…

Es geht nicht um abschotten. Beides erfordert volles Engagement. In der sogenannten ruhigeren Phase werden meine Band, Komponisten und ich für ein authentisches neues Thomas Godoj Album die Konzentration auf Musik, Text und Performance richten.

Kommen wir zum Abschluss. Dieses Jahr konnten drei der größten Musikstars aller Zeiten innerhalb weniger Wochen ihren fünfzigsten Geburtstag feiern: Michael Jackson, Madonna und Prince. Welche dieser Karrieren könnte Dir am ehesten als Vorbild dienen und warum?

Soweit bin ich noch lange nicht. Ziel ist die Musik und an erster Stelle natürlich das Musikerlebnis meiner Fans.


Quelle: © kwick.de